ml;r einen neuen Film der X-Men-Reihe erhielten die Filmemacher unzählige Fanbriefe, in denen die Fans ihre Ideen und Gedanken darüber, welche neuen Figuren den Weg auf die Leinwand finden sollten, kundtaten. Beast und Angel führten die Liste dieser Charaktere an. Als der dritte Film Gestalt anzunehmen begann, hatten die Filmemacher endlich eine Story, die groß genug war, um diese Figuren einzubauen.
Nachdem es beschlossene Sache war, Beast in den Film zu integrieren, stand das Team vor der Herausforderung, einen geeignetene Schauspieler für die Rolle zu finden. Beast, der zu Beginn des Films die Abteilung für Mutant Affairs der US-Regierung leitet, ist einer der weltbekannten Experten auf den Gebieten der Mutationen und Evolutions-biologie. Er hat ein immenses Wissen in Genetik, Biochemie und vielen anderen Wissenschaftsfeldern und er verfügt trotz seines massigen Körperbaus über übernatürliche Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer und Ge-schicklichkeit.
„Jeder hatte seine eigene Vorstellung davon, wer für diese Rolle am besten geeignet war. Am schwierigsten war es nicht, den Charakter für das Drehbuch zu schreiben, sondern den passenden Schauspieler zu finden. Kelsey Grammer ist für mich die absolute Idealbesetzung. Er verkörpert Beast mit seiner Stimme, seinem Verhalten, seiner körperlichen Darstellung und seinen Augen,“ so Ko-Autor Simon Kinberg.
Grammer war begeistert von der einzigartigen Mischung aus Intellekt und Körperkraft, die Beast in sich trägt. „Beast ist sehr intelligent und kämpft eigentlich nur ungern. Aber wenn er kämpft, dann tut er das ganz ausgezeichnet. Ich dachte mir also, okay, das will ich spielen,“ so Grammer.
Der Schauspieler, der weltweit für seine fünf mal mit dem Emmy gekrönte Rolle des Dr. Frasier Crane in den erfolgreichen Sitcoms „Cheers“ und „Frasier“ bekannt ist, ist unter der dicken Make-up-Schicht und den Prothesen, die ihn in Beast verwandeln, kaum noch wiederzu-erkennen.
„Als ich für die Rolle zugesagt hatte, ist mir klar geworden, dass dies mein erster Ausflug in die Welt der Make-up-Prothesen ist. Und ich muss zugeben, dass ich mir nicht ganz sicher war, ob ich mich darüber freuen sollte, oder nicht. So eine Maske hilft einem sehr dabei, den Charakter realistisch zu spielen, aber gleichzeitig erdrückt es einen auch ein wenig. Man muss viel stärker arbeiten, um seine Energie auch durch die Maske sichtbar und spürbar zu machen. Andererseits hatte das Ganze auch seine positiven Seiten. Die Prothesen halfen mir zum Beispiel dabei zu erkennen, wie wichtig auch eine gewisse Ruhe in der Performance ist. Ich entschied mich, nicht zu viele Gesichtsausdrücke in die Rolle zu bringen, sondern mich mehr auf die Augen zu konzentrieren. Es sind seine Augen, durch die man Beasts Intellekt erkennen kann,“ so Grammer weiter.
Laut Bart Mixon von Spectral Motion, eine der führenden Make-up-Effects-Firmen, die auch für das Make-up von Angel, Colossus und Juggernaut verantwortlich zeichnet, dauerte es drei Stunden, bis Grammers Make-up fertig war. Mixon arbeitete hierfür mit Thom Floutz, einem Künstler auf dem Gebiet des Prothesen-Make-ups, zusammen. „Beasts Make-up ist ziemlich kompliziert. Es gibt fünf verschiedene Prothesenstücke für den Kopf. Eines für den Hals, für die Schädeldecke mit Ohren, eine große Prothese für die Wangenknochen und den Kiefer, ein Stück für seine Stirn und noch eine eigene Unterlippen-Prothese. Dann gibt es noch einen Ganzkörperanzug, Handschuhe, spezielle Füße und natürlich sechs Haarteile. Außerdem musste das Make-up sehr flexibel sein,“ so Mixon.
Angel (gespielt von Ben Foster) ist den meisten Comicfans genauso ans Herz gewachsen wie Beast. Angels Vater, der reiche Industriemogul Warren Worthington II (gespielt von Michael Murphy), kann die Mutation seines Sohnes nicht akzeptieren. Angel hat Flügel mit einer Spannweite von beinahe fünf Metern und kann deshalb fliegen. Die Sorge um seinen Sohn und dessen Mutation bringt Warren Worthington II dazu, die Entwicklung eines Heilmittels voranzutreiben.
Eine der ausdrucksstärksten Szenen zeigt den jungen Angel, der versucht, seine Mutantenkräfte los zu werden. „Angels Handeln zeigt, wie viel jungen Leuten daran liegt, in die Gesellschaft zu passen, von allen anderen gemocht zu werden. Auf gewisse Weise fasst es das zusammen, worum es bei den X-Men eigentlich geht: Wir alle fühlen uns, als wären wir vollkommen unterschiedlich und das einzig richtige ist, dass wir diese Unterschiede akzeptieren. Wenn wir das nicht tun, können katastrophale Dinge passieren,“ so Foster.
Laut Ratner brachte Foster Angels Pein und Probleme sehr gut zur Geltung. Genauso eindrucksvoll waren auch die körperlichen Anstrengungen des Schauspielers. Foster musste nicht nur die Prothesen ertragen, die in langwierigen Prozessen angebracht werden mussten, er brachte sich auch körperlich in unglaubliche Form, um die kraftvolle Comicfigur optimal darzustellen. „Ben trainierte mehr als jeder andere, den ich je gesehen habe. Er hat sich wirklich komplett in eine andere Person verwandelt,“ so der Regisseur.
Auch Angels Bekleidung stellte die Designer vor eine Herausforderung: „Wir mussten Angels Outfits so entwerfen, dass man darin drei Arten von Flügeln unterbringen konnte. Es gab insgesamt drei verschiedene Bekleidungssets. Das erste musste die Flügelprothesen unterbringen und auch in Szenen realistisch wirken, in denen Angel mit nacktem Oberkörper gezeigt wird; das zweite Set wurde speziell für Szenen entworfen, in denen Angels Flügel in einem Zaumzeug zurück-gebunden und versteckt werden; und das dritte „normale“ Outfit benutzten wir, wenn Angels Flügel computergeneriert wurden,“ so Kostüm-designerin Judianna Makovsky.
Vinnie Jones spielt die unaufhaltsame Kampfmaschine Juggernaut (aka Cain Marko), eine weitere sehr beliebte Figur aus der Comicreihe. Wenn Juggernaut einmal in Bewegung ist, kann sich ihm nichts und niemand widersetzen. Jones, ein ehemaliger Fußballstar, machte sich mit der Rolle des Haudegens bereits in Filmen wie SNATCH („Snatch - Schweine und Diamanten“, 2000) und LOCK, STOCK AND TWO SMOKING BARRELS („Bube, Dame, König, Gras“, 1998 ) einen Namen. Seine bereits sehr massive Statur wurde durch die Arbeit der Make-up-Zauberer von Spectral Motion noch gesteigert.
„Juggernaut ist ein Söldner, eine Kampfmaschine. Er ist zwar ein Mitglied der Bruderschaft, aber er teilt nicht unbedingt Magnetos Ansichten und sein Ziel, das Heilmittel zu zerstören. Er lebt einfach nur für den Kampf,“ so Jones.
Des Weiteren neu in der Reihe der Comichelden sind Dania Ramirez als Callisto, die mit ihrer übermenschlichen Sinneswahrnehmung die Kräfte anderer Mutanten fühlen und diese so aufspüren kann; Eric Dane als Multiple Man, der sich duplizieren kann; Cameron Bright als Leech und Shohreh Aghdashloo als Genforscherin Dr. Kavita Rao.

Mit seinen eindrucksvollen Sets und explosiven Kampfszenen verleiht X-MEN: DER LETZTE WIDERSTAND dem Begriff Action ganz neue Dimensionen. Simon Crane, einer der renommiertesten Stunt-Koordinatoren der Branche, arbeitete für den Entwurf der Actionszenen und der verschiedenen Kampfarten eng mit Brett Ratner zusammen. Crane hatte gerade Brad Pitt und Angelina Jolie die entsprechenden Kampftechniken für den Blockbuster MR. AND MRS. SMITH („Mr. & Mrs. Smith“, 2005) beigebracht, als ihm die Arbeit an X-MEN: DER LETZTE WIDERSTAND angeboten wurde. Seine Aufgabe war es, Actionszenen zu erschaffen, die so zuvor noch nie auf der Leinwand zu sehen waren, neue Filmvarianten und Einstellungen für Kampfszenen zu kreieren und durch nervenaufreibende Action die Story voranzutreiben.
Crane arbeitete dafür eng mit John Bruno, einem Oscar-prämierten Visual Effects Supervisor, zusammen. Die beiden schufen dank grandioser Stunts, Spezialeffekten und Computertechnik Actionszenen, die sowohl atemberaubend sind als auch glaubwürdig wirken.
Eine von Cranes Hauptaufgaben war es, ausgehend von den Comics, Wolverines einzigartigen Kampfstil zu entwickeln - eine Mischung aus unbändigem Zorn und blinder Wut, die Wolverine zur unaufhaltsamen Ein-Mann-Armee macht. „Wolverines Kampftechnik in den ersten beiden Filmen war großartig, doch für den neuen Film wollten wir uns enger an die Comicvorlage und den dort beschriebenen Kampfstil halt